Die Burgkapelle
Gleichzeitig mit dem Kriebsteinzimmer wurde die Burgkapelle wiedereröffnet,
deren Wandmalereien während der vergangenen 5 Jahre umfassend restauriert
worden sind. Die Restaurierung besitzt Modellcharakter für vergleichbare
Fälle von Schadensbildern.
Für die Restaurierung waren umfangreiche bauliche Vorarbeiten bereits in
den achtziger Jahren, zur Stabilisierung der bauphysikalischen Situation, notwendig.
Es wurden zwei Diplomarbeiten zur Restaurierung der Wandmalereien vergeben.
Die komplette Ausmalung der Burgkapelle gehört zu den vornehmsten und besterhaltensten,
spätmittelalterlichen Bildprogrammen im gesamtdeutschen Raum. Sie entstand
im ersten Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts und verkörperte sehr anschaulich
den zu jener Zeit, vorherrschenden Weichen Stil und die ausgeprägte Marienverehrung.
Das Hauptthema der Kapellenmalereien ist der Jungfrau Maria gewidmet. Fast durchgängig
findet sich die Marienthematik in folgenden Bildern: Marienkrönung, Marientod,
Anbetungsszene und die überlebensgroße apokalyptische Madonna im Strahlenkranz.
Der Themenkreis der Kapellenmalerei umfasst weitere Darstellungen der christlichen
Ikonographie, wie z.B. die Hölle mit dem Zuge der Verdammten, die Seelenwägung,
die Legende vom Drachentöter St. Georg und dem Heiligen Martin, der mit einem
Bettler seinen Mantel teilt, die Anbetung des Christenkindes und über dem
Altar die Kreuzigungsszene.
Mit der Reformation in Sachsen wurde die katholischen Bildwerke vollständig
überstrichen und in den nachfolgenden Jahrhunderten noch mehrmals überformt.
Die Wandmalereien wurden bei Sicherungsarbeiten des felsigen Baugrundes im Jahre
1933 entdeckt, freigelegt und restauriert. Schon bald zeigten sich Schäden
– bedingt durch das eingebrachte Bauwasser und verstärkt durch die
angewandte „Konservierungs-“ Methode. Hinzu kam eine zunehmende Verschmutzung,
infolge eines extensiven und ungehemmten Besucherverkehrs in der Kapelle. Sowohl
der besorgniserregende Zustand der Wandmalereien als auch auch der Wunsch nach
einer angemessenen Präsentation für die Öffentlichkeit, ließen
die Museumsleitung über lange Jahre beharrlich um deren Erhalt ringen.
Dank der Unterstützung durch das Landesamt für Denkmalpflege und der
Hochschule für Bildende Künste Dresden kam letztendlich das alles entscheidende
Projekt zur Konservierung und Restaurierung der Kapelle im Jahre 1994 zustande.
